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Content: [Legende] [Die Sprache] [Die Religion] [Das erste Buch in litauisch] [Land der Kreuze] [M.K. Čiurlionis] Litauen zieht sich 99 km längs der Ostsee hin. Besonders schön ist die Landschaft auf der 98 km langen (davon gehören Litauen 54 km) und 380 m bis 4 km breiten Kurischen Nehrung, die das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Die größte Sehenswürdigkeiten der Nehrung sind ihre Sanddünen.
In uralten Zeiten lebte an diesem Ostseestrande eine schöne Jungfrau, die Riesin Neringa. Sie hatte ein gutes Herz. Beim Sturm rettete sie die Fischerkähne, half ihnen, das Ufer zu erreichen. Nur gelang ihr das nicht immer; viele Boote gingen unter, die Fischer ertranken. Da beschloß Neringa, den Menschen dadurch zu helfen, daß sie ihnen einen Teil des Meeres, da, wo der Nemunas mündet, abtrennte. Sie brachte in ihrer Schürze ganze Dünen und schüttete einen riesigen Wall auf. Der Herr der Winde erzürnte, als er dies sah. Zwölf Tage lang tobte das Meer, doch der Wall hielt stand. Ermüdet legten sich die Winde, und nun konnten die Menschen in diesem abgrenzten Teil des Meeres, dem Haff, ruhig fischen. In ihrer Dankbarkeit gaben die Fischer dem Sandstreifen den Namen der Jungfrau - Neringa. Das ist die Legende. Die Wissenschaftler erklären: die 98 km lange und 0,5 - 4 km breite Sandhalbinsel - die Nehrung - wurde von nach Norden gerichteten Meeresströmungen, den Winden und dem hier mündenden Fluß Nemunas geformt. Mehr als die Hälfte der Halbinsel mit ihrer Spitze gehört Litauen. Das ist der interessanteste und malerischste Teil der Nehrung.
das Teuerste, was die Volkskultur besitzt, ist in ihrer Entwicklung vielen harten Prüfungen ausgesetzt. Die litauische Sprache, die sich durch ihren archaischen Charakter auszeichnet, besitzt einen sehr reichen Wortschatz (die Kartothek der lexikographischen Abteilung am Institut für litauische Sprache enthält ca. 4,25 Mill. Karten mit litauischen Wörtern). Sie hat altertümliche Züge bewahrt, die in anderen noch gebräulichen Sprachen nicht mehr vorhanden sind und aus archaischen, allein historisch belegten Sprachen - dem Gotischen, Sanskrit, Altgriechischen bekannt sind.
Vor der Einführung des Christentums vergötterten die Litauer die Naturkräfte. Wie die alten Griechen oder Römer, hatten sie viele Götter und Göttinnen, deren Oberhaupt der Gott Perkunas war. Die Litauer errichteten keine besonderen Kultbauten, doch hatten sie heilige Haine, in denen ein heiliges Feuer brannte, das von Vaidilutes (Vestalinnen) gehütet kurde. Bedeutend später als die übrigen europäischen Staaten, erst 1387, nahm Litauen endgültig das Christentum an. Die Litauer waren das letzte heidnische Volk in Europa, und sogar im 16. und 17. Jahrhundert verehrten noch viele Litauer die alten Götter und hielten an den alten Bräuchen fest. Mit der Einführung des Christentums verschwanden die alten Sitten und Traditionen zum Teil oder sie kleideten sich in ein christliches Gewand.
Es war nicht nur ein Katechismus, sondern, wie es im Titelblatt hiess, "eine Lehre zu schreiben und zu lesen und Lieder für das Christentum und für junge Menschen neu zusammengestellt". Das Buch enthält die erste Fibel, die Grundlagen zum Lesen der litauischen Schrift, das erste Alphabet, Beispiele des Buchstabierens, die ersten grammatischen Termini. In der Einleitung wendet sich M.Mazvydas an den Leser:"Brüder, Schwestern, nehmet mich und leset Obwohl die neue christliche Religion das Heidentum nur sehr langsam verdrängte, war Litauen berühmt als
Reisende bewunderten die vielen holzgeschnitzten Heiligen, die sie von den auf Friedhöfen, an Wegen und Hütten errichteten Kreuzen und Kapellchen anblickten. Diese Skulpturen wirken sehr eingenständig, weil ihre primitiven Formen nicht dem Kanon entsprechen. Die Schmerzensreiche Mutter Gottes, der Leidtragende Jesus, der Heilige Georg, der Heilige Johannes Nepomuk werden gewöhnlich nicht verschönert, nicht proportioniert dargestellt. Die Holzschnitzer lenken vor allem ihr Augenmerk auf die Attribute der Heiligen, die Ornamente und Linien. Die Heiligen sollen das Böse mildern, von den himmlischen Mächten Gnade erbitten.
Die originellen intuitiven Visionen, die in seinem Bewußtsein auftauchen, gestaltet er einerseits zu Musik, zu Sonaten um und anderseits zu farbigen Gemälden. Auf das Werk des genialen Malers und Komponisten übte auch die ewig lebendige Volkskunst ihren Einfluß aus.
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